Digitalisierung für Premium-Produkte von Spitz in Attnang-Puchheim

In Zusammenarbeit mit Siemens macht der Lebensmittelhersteller Spitz einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0

  • Abb. 1: Andreas Schaumberger (Leiter Elektro- und Automatisierungstechnik Spitz), Walter Scherb jun. (Geschäftsführer Spitz), Werner Schöfberger (Siemens) und Wolfgang Siegel (Siemens).Abb. 1: Andreas Schaumberger (Leiter Elektro- und Automatisierungstechnik Spitz), Walter Scherb jun. (Geschäftsführer Spitz), Werner Schöfberger (Siemens) und Wolfgang Siegel (Siemens).
  • Abb. 1: Andreas Schaumberger (Leiter Elektro- und Automatisierungstechnik Spitz), Walter Scherb jun. (Geschäftsführer Spitz), Werner Schöfberger (Siemens) und Wolfgang Siegel (Siemens).
  • Abb. 2: Der traditionsreiche Lebensmittelhersteller Spitz stärkt in einem gemeinsamen Digitalisierungsprojekt mit Siemens die Herstellung seiner Premium-Qualitäten für die Zukunft.
  • Abb. 3: Walter Scherb, Unternehmer und in der dritten Generation Teil der Eigentümerfamilie, übernahm am 1. Januar 2019 die Position des Vorsitzenden der Geschäftsführung und trat damit die Nachfolge von Josef Mayer an.
In Zusammenarbeit mit dem internationalen Technologieführer Siemens macht der Lebensmittelhersteller Spitz einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0. und digitalisiert zentrale Betriebsanlagen am Werksstandort Attnang-Puchheim. Im Zuge von Vorträgen und einer anschließenden Anlagenbesichtigung am 7. Mai 2019 gewährten Walter Scherb Junior, Geschäftsführer von Spitz, Andreas Schaumberger, Leiter Elektro und Automatisierungstechnik Spitz, Werner Schöfberger, Leiter Prozessautomatisierung Siemens CEE und Wolfgang Siegel, Leiter Food & Beverage Siemens CEE, Einblicke in die Kooperation.

Dabei verschafft die Digitalisierung strategische Wettbewerbsvorteile: Spitz will in seinen Kernmärkten in und um Österreich wachsen. Die Wertschöpfungsketten des Unternehmens sollen laufend verbessert werden. Um die Produktion zukunftsfit zu machen, hat der traditionsreiche Lebensmittelhersteller in einem umfassenden Digitalisierungsprojekt gemeinsam mit Siemens die Herstellung von Fruchtsäften und Co. in Attnang-Puchheim optimiert. Das ist die Basis für weiteres Wachstum und sichert die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Österreich langfristig ab. 

Spitz kann künftig neue Produkte schneller auf den Markt bringen – ein wichtiger strategischer Wettbewerbsvorteil.

Der digitale Datenaustausch ermöglicht die Flexibilisierung und zeitliche Optimierung der Herstellung und führt letztendlich dazu, Lebensmittel schneller und mit weniger Ressourcenaufwand herzustellen. „Mit Siemens haben wir einen erfahrenen und verlässlichen Partner gefunden, der uns bei der Umsetzung unserer Strategien optimal unterstützt. Siemens konnte sehr flexibel und rasch auf die unterschiedlichen Anforderungen unseres inhomogenen Produktportfolios eingehen und uns moderne und langfristige Lösungen anbieten, die sich kontinuierlich verbessern und ausbauen lassen“, sagte Walter Scherb Junior, CEO der Spitz-Gruppe.

Produktwechsel per Knopfdruck

1,3 Millionen Produkte auf rund 2.000 Paletten verlassen täglich das Lebensmittelwerk von Spitz.

Die Herausforderungen für das Unternehmen liegen in der großen Vielfalt und kleinen Chargenzahl von Produkten, die auf 30 Fertigungslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen hergestellt werden. Um effizient und wettbewerbsfähig zu produzieren, muss die Fertigung hohe Qualitätsstandards erfüllen und gleichzeitig sehr flexibel sein. Eine Herausforderung, welche die Digitalisierungsexperten von Siemens gemeinsam mit Spitz gelöst haben. 
 

Praktisch per Knopfdruck wird auf einer Fertigungslinie von einem aufs andere Produkt gewechselt. Jeder Produktwechsel muss optimiert sein, damit möglichst wenig Schwund und keine Verzögerungen entstehen. Zwar sind bestimmte Rüstzeiten an Maschinen zu berücksichtigen, doch die eigentliche Prozesssteuerung, das Abrufen der für das jeweilige Produkt nötigen Rohstoffe in vorgegebenen Mengen sowie die erforderlichen Materialien für die abschließende Verpackung erfolgt vollautomatisch. 
 
Auftragsdaten werden auf direktem Weg mit dem laufenden Prozess verknüpft, zeitgleich Produktions- und Verbrauchsdaten ins übergeordnete System geliefert. „Ein derartiger Datenaustausch erfolgte früher oft auf Papier“, berichtet Werner Schöfberger, Leiter des Bereichs Prozessautomatisierung bei Siemens in CEE, „verbunden mit hoher Zeitverzögerung und Fehleranfälligkeit.“ Mittels Digitalisierung wird dieser Prozess automatisiert und funktioniert auf allen Anlagen gleich. Das hat wiederum den Vorteil, dass die Daten aller Produktionsbereiche vollständig, konsistent und letztlich vergleichbar sind. Schöfberger: „Ein wesentliches Feature jedes Digitalisierungsprojekts ist, dass man korrekte und konsistente Daten erhält.“

Schnellere Produktentwicklung und weniger Ressourcenverbrauch 

Automatisierung, Digitalisierung und Industrie 4.0 haben für Spitz einen hohen Stellenwert und stehen im Zentrum der Weiterentwicklung des Unternehmens. Mittels Digitalisierung sollen neue Produkte noch schneller hergestellt und auf den Markt gebracht werden. Die knapp bemessene Time-to-market ist ein wichtiger strategischer Wettbewerbsvorteil. Spitz erhält künftig ganz genaue Daten und Analysen über die Produktion in Attnang-Puchheim. 
 
Sämtliche Silo-Füllstände werden im neuen Produktionssystem manuell chargenbezogen erfasst, daneben aber auch Art und Qualität der Rohstoffe – ein wichtiger Faktor in der Lebensmittelproduktion. Nach Entnahme eines bestimmten Rohstoffs aus dem Silo bzw. von der Palette wird die Menge und der weitere Weg in den einzelnen Produktionslinien genau dokumentiert.

Schlaues Rezeptmanagement 

Basierend auf dem im Herbst 2018 abgeschlossenen Digitalisierungsprojekt könnten künftig sämtliche Silo-Füllstände automatisiert erfasst werden. In einem weiteren Schritt wird es möglich sein, die einzelnen Rezepturen abhängig von den Eigenschaften der Rohstoffe anzupassen. Bei der Zuführung zum Verarbeitungsprozess wird bspw. der Zuckergehalt eines bestimmten Rohstoffs gemessen. Abhängig vom Ergebnis der Messung wird automatisch die Rezeptur neu berechnet und wenn erforderlich abgeändert, um ein Endprodukt zu erhalten, das in Geschmack, Textur und Aussehen immer gleich bleibt. Die Basisdaten der Rohstoffe beeinflussen also direkt das Rezept. Willkommener Nebeneffekt: Eine Rohstoffverwechslung ist ausgeschlossen. „Das System verifiziert, ob der zugeführte Rohstoff auch wirklich zum Auftrag gehört“, erläutert Schöfberger. Tritt ein Fehler auf, schlägt das System umgehend Alarm. 
 

Siemens Digital Industries
Siemens Digital Industries (DI) ist ein Innovationsführer in der Automatisierung und Digitalisierung. In enger Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden, treibt DI die digitale Transformation in der Prozess- und Fertigungsindustrie voran. Mit dem Digital-Enterprise-Portfolio bietet Siemens Unternehmen jeder Größe durchgängige Produkte, Lösungen und Services für die Integration und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Optimiert für die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Branchen, ermöglicht das einmalige Portfolio Kunden, ihre Produktivität und Flexibilität zu erhöhen. DI erweitert sein Portfolio fortlaufend durch Innovationen und die Integration von Zukunftstechnologien. Siemens Digital Industries hat seinen Sitz in Nürnberg und beschäftigt weltweit rund 75.000 Mitarbeiter. 
 

Die Spitz Unternehmensgruppe
Die Spitz Unternehmensgruppe ist seit über 160 Jahren Entwickler, Erzeuger, Vermarkter und Veredler von haltbaren Nahrungsmitteln und Getränken in Premium-Qualität. Seit 1952 ist das Unternehmen im Besitz der Familie Scherb. Die Spitz Gruppe ist sowohl im Segment Markenartikel als auch in den Bereichen Private Label und Co-Packing tätig. Seit der Unternehmensgründung 1857 wurde das Produktportfolio kontinuierlich erweitert. Mit etwas mehr als 700 Mitarbeitern erwirtschaftet die Spitz Unternehmensgruppe rund 250 Mio. € Umsatz – 50 % davon im Ausland. 1,3 Mio. Produkte auf rund 2.000 Paletten verlassen täglich das Werk in Attnang- Puchheim. Spitz will weiterhin in seinen Kernmärkten rund um Österreich wachsen und versucht die Wertschöpfungskette laufend zu verbessern und zu optimieren. Kundenorientierung, Technologieführerschaft und die Wertschätzung der Mitarbeiter sind dabei zentrale Elemente der Unternehmenskultur. Diese spiegelt sich in den Prozessen wider – in Form einer stetigen Verbesserung der Produkte und Arbeitsabläufe.

 

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Siemens AG
Gleiwitzer Straße 555
90475 Nürnberg
DE
Telefon: +49 911 895 0

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