App vermittelt Freiwillige als Erntehelfer

  • Abb.: Luftbild des Campus der Universität Hohenheim.Abb.: Luftbild des Campus der Universität Hohenheim.
Zwei Studierende der Universität Hohenheim in Stuttgart haben die App „Solid – solidarisches Deutschland“ entwickelt, die Landwirte in Not mit Menschen zusammenbringen soll, die ihren gewohnten Tätigkeiten wegen der Coronakrise nicht nachkommen können. Es wird geprüft, ob das Projekt im Rahmen des Hackaton „#WirVsVirus“ der Bundesregierung offiziell gefördert werden wird. Mit der App wollen Timo Grupp und Christian Bidlingmaier in Not geratene Landwirte und solidarische Erntehelfer zusammenbringen. Denn durch die geschlossenen Grenzen fallen ausländische Saisonarbeitskräfte aus Polen, Rumänien und Bulgarien bis auf Weiteres aus. Die Einreise-Sperre trifft die Landwirtschaft zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: Wenn Erdbeeren, Spargel, und andere Feldfrüchte in den kommenden Wochen nicht geerntet werden, verdirbt die Ernte auf den Feldern. Bei anderen Gemüsesorten steht in diesen Tagen die Aussaat an. Die Lösung: Menschen in Zwangsuntätigkeit an Landwirte in Not vermitteln! Das Dilemma ließ den beiden Agrarstudenten keine Ruhe. Durch die Kontaktsperre gibt es in Deutschland zahlreiche Menschen, die ihren gewohnten Tätigkeiten nicht nachkommen können. Darunter sicher genug, die gerne einen Beitrag leisten möchten, um die gesellschaftliche Krise zu überwinden. Die Herausforderung war die solidarischen Helfer mit den landwirtschaftlichen Betrieben zusammenzubringen. Und das möglichst schnell und unkompliziert. Als die beiden Agrarstudenten von dem Programmier- und Designwettbewerb der Bundesregierung „#WirVsVirus“ erfuhren, verloren sie deshalb keine Zeit. Per Video-Chat erweiterten sie ihr Team mit ihren Mitstreitern Michel Meier, Marco Walz und Vytautas Macionis, die über das notwendige Know-how in Sachen Software-Entwicklung und IT verfügen. Über die Hackaton-Community holten sie noch weitere Unterstützung ein. Ergebnis mehrerer Nachtschichten ist der Prototyp für die mobile App „Solid – solidarisches Deutschland“, den das Hackaton-Team in einem Youtube-Video präsentiert. Eine Jury entscheidet in den kommenden Tagen über weitere Unterstützung für das Projekt. Landwirte können sich über die App kostenlos registrieren und wichtige Angaben zur Art, Umfang und Rahmenbedingungen der Arbeit machen, etwa zu Stundenlohn, Übernachtungs- und Abholmöglichkeiten oder zur Mindestarbeitszeit, weil sich für viele Betriebe eine Hilfstätigkeit erst lohnt, wenn diese für einen bestimmten Zeitraum durchgeführt wird.

Aber auch die Art der Kulturen spielt eine Rolle, um etwaige Allergien zu berücksichtigen. Hilfswillige können zunächst ohne Registrierung nach Betrieben in ihrer Umgebung suchen und Gesuche über Social Media-Kanäle teilen. Um ihre Hilfe konkret anzubieten, registrieren sie sich mit ihrer Handynummer. Das bisherige Fazit der Hackton-Teams: „Wir haben gelernt, dass man auch von zu Hause sehr produktiv arbeiten kann. Wenn alle motiviert sind, entsteht in kurzer Zeit ein kreativer und produktiver Prozess, welcher innerhalb des knappen Zeitraums tolle Ergebnisse ermöglicht!“

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Universität Hohenheim
Schloss 1
70599 Stuttgart

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