Funktionelle Inhaltsstoffe aus der Natur und ihr Potenzial auf einen Blick

Produkteinführungen mit den Begriffen Superfood, Superfruit oder Supergrain sind zwischen 2011 und 2015 um 202 % gestiegen

  • Abb. 1: Lachsöl in unterschiedlichsten Variationen. Heute erwarten Verbraucher von Produkten auch die ethische Unbedenklichkeit, wie z. B. im Fischfang oder in der Aquakultur.Abb. 1: Lachsöl in unterschiedlichsten Variationen. Heute erwarten Verbraucher von Produkten auch die ethische Unbedenklichkeit, wie z. B. im Fischfang oder in der Aquakultur.
  • Abb. 1: Lachsöl in unterschiedlichsten Variationen. Heute erwarten Verbraucher von Produkten auch die ethische Unbedenklichkeit, wie z. B. im Fischfang oder in der Aquakultur.
  • Abb. 2: Qualität und Quantität der Inhalttsstoffe pflanzlicher Quellen, wie z. B. Cranberries, variiert je nach Saison, Herkunftsregion oder Wettereinflüssen.
Während die ersten funktionellen Lebensmittel ab den 1920er Jahren, jodiertes Salz und vitaminangereicherte Margarine, Mangelerscheinungen in der Bevölkerung kompensieren sollten, hat sich ihre Bedeutung in der Wirtschaftswunderzeit gewandelt. Nun mussten funktionelle Inhaltsstoffe eine reichliche, aber einseitige Ernährung ausgleichen. Heute erwarten die Verbraucher weit mehr: neben Funktionalität eine natürliche Herkunft, Nachhaltigkeit, ethische Unbedenklichkeit und ein Minimum an Verarbeitung. Pflanzliche Ingredients haben das Potenzial, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Mithilfe von Blättern, Wurzeln, Blüten, Rinde und Samen wurden seit Jahrhunderten alle Arten von Beschwerden behandelt – ein Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Dank moderner Analysetechniken ist es Unternehmen inzwischen möglich, die exakte molekulare Struktur vieler pflanzlicher Wirkstoffe zu untersuchen und sie dann kostengünstig und standardisiert synthetisch herzustellen: Lange Zeit der Königsweg, um sich pflanzliche Wirkstoffe nutzbar zu machen.

Heute sei stattdessen „Naturally Functional“ das Schlagwort, so die Analysten von Euromonitor International. Der Technologiereport von Technavio zu Lebensmitteln im Gesundheits- und Wellnessbereich nennt die Nachfrage nach natürlichen und pflanzlichen Produkten sogar als eine der zentralen Triebfedern für die Branche. Die Hi Europe & Ni ist mit Themenpavillons, Veranstaltungen und einer Vielzahl an Herstellern pflanzlicher Inhaltsstoffe eine wertvolle Inspirationsquelle rund um Lösungen von Mutter Natur.
Ein vieldiskutiertes Beispiel: Superfoods. exotische Wildfrüchte und Samen aus aller Welt beflügeln seit gut zehn Jahren die Fantasie von Handel und Verbrauchern. Laut Mintel ist die Zahl der Produkteinführungen mit den Begriffen „Superfood“, „Superfruit“ oder „Supergrain“ zwischen 2011 und 2015 weltweit um 202 % gestiegen. Auch wenn Superfoods immer wieder als Marketing-Gag abgetan werden, ihre wertvollen Inhaltsstoffe sind inzwischen mehrfach nachgewiesen. Chiasamen bspw. verbinden Antioxidanzien mit einem hohen Gehalt an essenziellen Aminosäuren und sollen sich positiv auf den Blutdruck auswirken.

Nicht ganz so exotisch, aber ebenso wertvoll, sind Traubenkerne. Sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen und bereits als Nahrungsergänzungsmittel OPC (oligomeres Proanthocyanidin) auf dem Markt. Goji-Beeren und Mangostanfrüchte – beide in der traditionellen asiatischen Medizin zuhause – werden inzwischen auch in Europa angeboten, und aktuelle Studien belegen ihre zahlreichen Vorteile.

Green Food: sanfte Unterstützung bei der Entgiftung

 „Grüne Lebensmittel“ sind nicht nur ein wichtiger Baustein jeder gesunden Ernährung, sondern spielen inzwischen auch beim Thema Entgiftung eine entscheidende Rolle: „Detox“, ein Trend, der ursprünglich in den USA geboren wurde, soll den Organismus von Toxinen reinigen, ob durch Luftverschmutzung, belastetes Trinkwasser oder falsche Ernährungsgewohnheiten. Auch wenn der Detox-Trend nicht unumstritten ist, so bescheinigen diverse Studien pflanzlichen Inhaltsstoffen ein enormes Potenzial in Sachen Entgiftung. Grünes Blattgemüse bspw. hat nicht nur antioxidative und entgiftende Wirkung, sondern kann sogar den Abbau kognitiver Leistungskraft verlangsamen. Gemüse mit einem hohen Anteil an Bitterstoffen wie Artischocken oder Kräuter wie Mariendistel unterstützen den Leberstoffwechsel und regen den Gallenfluss an. Löwenzahn kann die Nieren bei ihrer Arbeit unterstützen: In einer klinischen Studie steigerte Löwenzahnextrakt die Ausschüttung von Harn bei den Probanden. Algen dienen in der Lebensmittelindustrie längst nicht nur als Rohstoff für Alginat, Agar-Agar oder Carrageen, sondern haben auch in Nahrungsergänzungsmittel Einzug gehalten. Astaxanthin bspw., ein hochwirksames Antioxidans, stammt aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis. Studien haben gezeigt, dass es Entzündungen hemmt, die Durchblutung verbessert und den Triglyceridspiegel senkt, wodurch arteriosklerotische Plaques verhindert werden.

Wirksam gegen Wohlstands­krankheiten und Übergewicht

Volkskrankheiten wie Diabetes Typ-2, Herz-Kreislauferkrankungen oder Adipositas sind nach wie vor auf dem Vormarsch. Für die Betroffenen schafft die pharmazeutische Industrie Abhilfe. Doch mit jeder neuen Kostenexplosion im Gesundheitssektor wird der Faktor Prävention immer wichtiger. Eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung sind zwar der entscheidende Weg, um langfristig gesund zu bleiben, aber eben auch nicht der einfachste. Nahrungsergänzung und funktionelle Lebensmittel mit pflanzlichen Wirkstoffen können hier Lücken in der eigenen Ernährungsweise schließen und Zivilisationskrankheiten vorbeugen oder sogar bekämpfen. Ein wichtiges Beispiel sind Wirkstoffe, die den Fettabbau natürlich unterstützen: Glavonoid ist ein Süßholzwurzel­extrakt, dessen Polyphenole vor allem den Abbau des sogenannten Viszeralfetts, der gefährlichsten Form von Körperfett, unterstützen können. Auch Zitrusextrakte gelten in Sachen Gewichtsmanagement und Fettabbau als ideal.

Neue Herausforderungen für die Hersteller 

Die wachsende Nachfrage nach funktionellen Produkten und Ergänzungsmitteln auf pflanzlicher Basis stellt die Branche vor ganz neue Hürden. Zum einen ist das, was Mutter Natur liefert, nie standardisiert: Wirkstoffgehalt und Qualität können je nach Saison und Region variieren. Zum anderen ist es für Lieferanten wie Hersteller deutlich schwerer, auf Nachfrageschwankungen zur reagieren: Wann immer ein bestimmter Inhaltsstoff an Popularität gewinnt, kann es zu anhaltenden Lieferengpässen kommen. In jedem Fall sollten Unternehmen ihre Quellen sorgfältig prüfen: Reinheit, hohe Qualität und Schadstofffreiheit sind entscheidend, aber auch das Thema Nachhaltigkeit mit all seinen ökologischen und sozialen Aspekten spielt eine wichtige Rolle. Darüber hinaus müssen Unternehmen, die nicht nur auf pflanzliche Wirkstoffe setzen, sondern ihren Kunden ein tatsächliches „all natural“-Produkt bieten möchten, intensiv in neue, „saubere“ Extraktionstechnologien investieren. Im „Natural Ingredients Pavilion“ der diesjährigen Hi Europe & Ni präsentieren Aussteller ihre innovativen Antworten auf die Herausforderungen dieses Segments. Darüber hinaus widmen sich die Referenten der Hi Conference allen Aspekten pflanzlicher Lösungen – von natürlicher Funktionalität über pflanzliche Proteinquellen bis zu wiederentdeckten Schätzen der traditionellen Medizin.
 

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