25.07.2017
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Bilanz Geschäftsjahr 2016: DMK Group reagiert auf das Krisenjahr in der Molkereiindustrie

Milchkrise und nicht erreichte Ziele machen eine Neuausrichtung mit einem umfangreichen Strukturprogramm erforderlich

  • Abb. 1: Sichert das Vertrauen von Verbrauchern und Kunden: Qualitätskontrolle in der Käseproduktion bei DMK.Abb. 1: Sichert das Vertrauen von Verbrauchern und Kunden: Qualitätskontrolle in der Käseproduktion bei DMK.
  • Abb. 1: Sichert das Vertrauen von Verbrauchern und Kunden: Qualitätskontrolle in der Käseproduktion bei DMK.
  • Abb. 2: Die neue Ausrichtung der DMK Group.
  • Abb. 3: Produktionsstraße für Trinkmilch bei DMK in Zeven.
  • Abb. 4: Die DMK ist mit über 8.600 aktiven deutschen und niederländischen Milcherzeugern die größte Erzeugergenossenschaft in Deutschland.
  • Abb. 5: Vom Hof bis ins Supermarktregal – DMK gewährleistet höchste Qualitätsstandards und ist führend in der Herstellung GVO-freier Milch.
  • Abb. 6: Ingo Müller, CEO, DMK Group.
  • Abb. 7: Heinz Korte, Aufsichtsratsvorsitzender, DMK Group.

Mit ihrem neuen Maßnahmenplan ist es der DMK Group im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 gelungen, trotz weltweiter Milchkrise und dem damit verbundenen härtesten Jahr der Unternehmensgeschichte, für Milcherzeuger und Mitarbeiter eine erfolgreiche Neuausrichtung zu starten. „Die DMK Group ist in Bewegung“, sagte CEO Ingo Müller bei der Bilanzpressekonferenz am 29. Juni in Bremen. „Mit einem umfangreichen Strukturprogramm setzen wir darauf, DMK zukunftsfest zu machen. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt.“ Die klar definierten Ziele von Deutschlands größter Molkerei-Genossenschaft lauten: Vertrauen zurückgewinnen und ein wettbewerbsfähiges Milchgeld für alle genossenschaftlichen Milchlieferanten erwirtschaften.

Angepeilter Milchpreis nicht erreicht

Ingo Müller zeigte sich unzufrieden mit dem Berichtsjahr 2016: „Wir haben unser wichtigstes Ziel – einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zu zahlen – klar verfehlt. An dieser Tatsache gibt es nichts schönzureden.“ Zwar konnte der Umsatz aufgrund von Einmaleffekten von 4,6 auf 5,1 Mrd. € gesteigert und ein Jahresüberschuss von 13,5 Mio. € erwirtschaftet werden. Die Umsatzsteigerung um 11% gelang aber vor allem dank der vollen Konsolidierung der niederländischen DOC Kaas B.V. Die Eigenkapitalquote ist mit 34% stabil. Ingo Müller: „Das Unternehmen ist gesund. Wir haben eine stabile Basis. Jetzt geht es darum, mit unserem umfangreichen Strukturprogramm die DMK Group wieder wettbewerbsfähig zu machen.“ Die Neuausrichtung befindet sich seit März 2017 in der Umsetzung. Sie verfolgt vier Ziele: eine straffere Organisation, eine bessere Rohstoffplanung, ein fokussiertes Portfolio und eine optimierte Ausgabenstruktur.

2016 brachte Talsohle beim Milchpreis – Besserung in Sicht

Nach aktuellem Ausblick brachte das Jahr 2016 aufgrund einer Krise an den weltweiten Milchmärkten die Talsohle beim Milchpreis. Diese Entwicklung wurde durch die unzureichende Unternehmensleistung der DMK Group verstärkt. Folglich lag das durchschnittliche Milchgeld für die Milcherzeuger im Berichtsjahr mit 25,2 Cent pro kg (4,10% Fett, 3,41 %Eiweiß) unter dem Bundesdurchschnitt (26,7 Cent/ kg) und dem von DMK angestrebten Ziel.

Ingo Müller: „Das Milchgeld entsprach nicht dem, was die Mitglieder unserer Genossenschaft als Eigentümer erwartet haben – weder absolut noch im Vergleich zum Wettbewerb.“ Der aktuelle Ausblick lässt jedoch einen positiveren Gesamtmarkt erwarten. „Für 2017 sind die Signale der Milchmärkte positiv. Deshalb können wir das Milchgeld im Juli auf 36 Cent erhöhen.“, so Ingo Müller.

Neustrukturierung der Standorte geplant

In Folge der dramatischen Marktlage 2016 haben viele Landwirte die Milchwirtschaft aufgegeben. In den kommenden zwei Jahren stehen bei der Deutschen Milchkontor eG rund 1,7 Mrd. kg Milch in Kündigung. Die DMK Group plant, darauf mit einem neuen Standort- und Verwertungskonzept zu reagieren. Dazu gehört auch, die Produktion in drei Werken nicht mehr weiterzuführen. Das betrifft die Standorte Rimbeck/Nordrhein-Westfalen, Bad Bibra/Sachsen-Anhalt sowie Bergen auf Rügen. An einem weiteren Standort, in Nordhackstedt/Schleswig-Holstein, ist die Einstellung der Konfektionierung geplant. Insgesamt sind von den geplanten Maßnahmen 270 der 7.200 Arbeitsplätze betroffen. Sollte der Aufsichtsrat den Maßnahmen zustimmen, wird DMK in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung Interessenausgleichsverhandlungen führen und sich über Sozialpläne und Unterstützungsmaßnahmen verständigen.

Satzungsänderung zur Flexibilisierung der Lieferbeziehungen

Mit 94,1% sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Vertreterversammlung als höchste Instanz der Genossenschaft für die Möglichkeit aus, die Andienungspflicht nach Kündigung von zwei auf ein Jahr zu reduzieren. Diese Satzungsänderung war bereits seit 2016 in der Diskussion. Sie bietet nun jedem Mitglied die Möglichkeit, die zweijährige Andienungspflicht auf ein Jahr zu reduzieren. Das ermöglicht dem Kündiger, seine Milch bereits nach 12 Monaten anderweitig zu vermarkten. Im Gegenzug entfällt die Abnahmegarantie von DMK gegenüber dem Mitglied für diesen Befreiungszeitraum. Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Korte versichert jedoch, dass Milcherzeuger, die für ihr Unternehmen eine langfristige Absicherung wünschen, auch weiterhin die Möglichkeit einer zweijährigen Andienungs- und Abnahmegarantie haben.


33,6 Mio. € für Tierwohl

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2016 machte DMK das in der deutschen Molkereibranche ehrgeizige Tierwohl- und Nachhaltigkeitsprogramm „Milkmaster“ für alle DMK-Milcherzeuger verpflichtend. Damit wurde ein Beschluss der Vertreterversammlung umgesetzt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher spielt es eine immer größere Rolle, unter welchen Umständen für Tier und Umwelt ein Produkt erzeugt wird. Das Unternehmen honoriert die Leistung der Milcherzeuger, welche sich besonders in Bezug auf Kuhkomfort, Tiergesundheit, Futteranbau und Fütterung weiterentwickelt haben, 2016 mit einem Milkmaster-Bonus von insgesamt 33,6 Mio. €.


 

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DMK Dt. Milchkontor GmbH
Flughafenallee 17
28199 Bremen
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Telefon: 0421 243 0
Telefax: 0421 243 2222

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