Fachpack 2019: Umweltgerechtes Verpacken

Kennzeichnungsverfahren im Fokus

  • Abb. 1: Industrie und Verbraucher fragen nach einer umweltschonenden Möglichkeit für die Verpackung ihrer Produkte. ©wavebreakmedia/ShutterstockAbb. 1: Industrie und Verbraucher fragen nach einer umweltschonenden Möglichkeit für die Verpackung ihrer Produkte. ©wavebreakmedia/Shutterstock
  • Abb. 1: Industrie und Verbraucher fragen nach einer umweltschonenden Möglichkeit für die Verpackung ihrer Produkte. ©wavebreakmedia/Shutterstock
  • Abb. 2: Wissensforum biobasierte Kunststoff-Verpackungen auf der Fachpack in Nürnberg.

Die Fachmesse Fachpack 2019 vom 24.-26.9.2019 in Nürnberg steht unter dem Leitthema „umweltgerechtes Verpacken“. Die Wünsche der Verbraucher nach umweltfreundlicheren Verpackungen und nicht zuletzt die steigenden Anforderungen an ihre Recyclingfähigkeit durch das novellierte Verpackungsgesetz sind bei diesem Thema die wichtigsten Treiber. Während der Fachpack findet es sich an den Messeständen vieler Aussteller wieder und wird in Vortragsforen, auf Sonderschauen und Preisverleihungen aufgegriffen. Dieser Artikel behandelt das Thema umweltschonende Prozesse.

Industrie und Verbraucher fragen nach einer umweltschonenden Möglichkeit für die Verpackung ihrer Produkte. Ein Beispiel, wie die Anbieter auf diese Ansprüche reagieren, ist die direkte Markierung von Produkten mit Laser. Diese Lösung kommt ohne Tinten und Klebstoffe aus – außerdem lässt sie sich leicht in automatisierte Prozesse integrieren. Der Handelskonzern Edeka nutzt dieses System der Lasermarkierung bereits für Bio-Obst und -Gemüse. Zunächst waren es Mango, Ingwer, Süßkartoffeln und Kokosnüsse, die auf diese Weise direkt mit Informationen versehen wurden. Inzwischen sind auch Avocados, Kiwis, Wassermelonen, Kürbisse, Zitrusfrüchte und auch Gurken ohne Etiketten verfügbar. Beim so genannten „Smart Branding“ werden mit einem hochauflösenden Laser Schrift und Logo auf die Frucht aufgebracht. Dabei werden lediglich Pigmente auf der äußeren Schale entfernt. Die Frucht wird nicht beschädigt – Geschmack, Haltbarkeit und Optik bleiben davon unbeeinflusst.

Etiketten aus Zellulose, Stein und Zuckerrohr
Um die Umweltbilanz bei der Kennzeichnung zu verbessern, bieten die Unternehmen aber auch biologisch abbaubare Etiketten aus nachwachsenden Rohstoffen an. Hersteller können damit hochwertige Produkte wie Bio-Lebensmittel, Getränke oder Kosmetik mit einer umweltfreundlichen Verpackung versehen.

Das Etikettenmaterial und der Klebstoff sind biologisch abbaubar. Das Obermaterial kompostierbarer Etiketten besteht bspw. aus Zellulose und kann nach Gebrauch in der Biotonne oder dem Kompost entsorgt werden.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Anbieter mit Etiketten, die aus dem Rohstoff Stein bestehen – genauer gesagt aus dem Pulver gemahlener Steine. Dieses Pulver fällt als Abfallprodukt in Steinbrüchen an und wird mit Hilfe von recyceltem Polyethylen gebunden. Das Steinpapier, bei dem kein Wasser oder Bleichmittel zum Einsatz kommt, hat einen um zwei Drittel geringeren CO2-Fußabdruck als Papierzellstoff. Anwender können den Erdölverbrauch zudem mithilfe von Etiketten aus Biofolie reduzieren. Der Kunststoff basiert auf nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohrgranulat und lässt sich wie herkömmliche PE-Folie verarbeiten.

Lebensmittelverschwendung eindämmen
Etiketten können aber nicht nur durch das Material, aus dem sie bestehen, einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Als intelligente Etiketten bzw. Sensor-Label sollen sie künftig die tatsächliche Haltbarkeit von Lebensmitteln ermitteln und so Lebensmittelverlusten entgegenwirken. Einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge wirft jeder Bundesbürger durchschnittlich 55 kg Lebensmittel im Jahr weg. Insgesamt landen so 4,4 Mio. t Lebensmittel im Müll. Da die Lebensmittelproduktion mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden ist, leistet der Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Es gibt inzwischen zahlreiche Projekte und Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung, mit dem Ziel diese Abfälle zu vermeiden. In absehbarer Zeit soll das wenig exakte Mindesthaltbarkeitsdatum durch neue Möglichkeiten abgelöst werden. Intelligente Labels und Sensoren versprechen, der oft zu vorzeitigen Entsorgung von Nahrungsmitteln ein Ende zu setzen.
Die Möglichkeiten der Kennzeichnungstechnik reichen also weit über das bloße Aufbringen von Daten hinaus. Neue Technologien und Funktionen machen sie zu einem immer wichtigeren Teil der Verpackungslinie.

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