ZHAW: Ein Forschungsprojekt züchtet Wasserlinsen auf verdünnter Gülle und verarbeitet sie im nächsten Schritt zu Fischfutter

Nachhaltig produzierte Wasserlinsen als mögliche neue Proteinquelle für die Schweizer Tierernährung am Beispiel der Aquakultur

  • Abb. 1: Mathias Sigrist, Dr. Constanze Pietsch-Schmied, Andreas Seitz, Fridolin Tschudi (v.l.n.r.) untersuchen Wasserlinsen als mögliche neue Proteinquelle am Beispiel der Aquakultur. Abb. 1: Mathias Sigrist, Dr. Constanze Pietsch-Schmied, Andreas Seitz, Fridolin Tschudi (v.l.n.r.) untersuchen Wasserlinsen als mögliche neue Proteinquelle am Beispiel der Aquakultur.
  • Abb. 1: Mathias Sigrist, Dr. Constanze Pietsch-Schmied, Andreas Seitz, Fridolin Tschudi (v.l.n.r.) untersuchen Wasserlinsen als mögliche neue Proteinquelle am Beispiel der Aquakultur.
  • Abb. 2: Spirodela polyrhiza, eine der beiden Wasserlinsenarten, deren Eignung während des Projekts untersucht werden.  © Andreas Seitz, ZHAW
  • Abb. 3: Produktion der Wasserlinsen im kleineren Maßstab an der ZHAW. © Andreas Seitz, ZHAW

Dieses Projekt untersucht die Rentabilität einer Produktion von Wasserlinsen auf Landwirtschaftsbetrieben und die Eignung von fermentierten Wasserlinsen als Futterzusätze für Brut- und Mastfische. Dazu werden Wasserlinsen auf verdünnter Gülle gezüchtet und in einem nächsten Schritt zu Fischfutter verarbeitet. Das Potenzial von Produktion und Fischmast wird betriebswirtschaftlich ausgewertet, mit dem Ziel, eine nachhaltige Fischfutterproduktion zu ermöglichen und ein neues, innovatives Marktsegment für Landwirte zu etablieren.

Wasserlinsen der Familie Lemnaceae können bei optimalen Bedingungen einen hohen Proteingehalt aufweisen und eine Wachstumsrate erreichen, die diejenige der meisten terrestrischen Produktionssysteme (z. B. die von Soja) übersteigt. Sie haben das Potenzial, bei fachgerechter Produktion als äußerst nachhaltige Proteinquelle zu dienen.

Wasserlinsen als Futterzusatz

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick durchgeführt. Zu Beginn dient ein Versuch am FiBL dazu, diejenige Wasserlinsenart (Spirodela polyrhiza oder Landoltia punctata) zu eruieren, die sich besser für die Zucht auf verdünnter Gülle eignet, und die optimale Güllekonzentration für das Medium zu ermitteln. An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wird anschließend die gewählte Wasserlinsenart während zwölf Monaten in einer eigens konzipierten Kreislaufanlage auf verdünnter Gülle produziert, während das FiBL die Nährstoffzusammensetzung und Biosicherheit des Produktes überprüft. In einem weiteren Schritt werden die Wasserlinsen fermentiert, um deren Nährwerte noch zu verbessern. Dabei kommen verschiedene Starterkulturen als Fermentationsmikroorganismen zum Einsatz. Das Ziel ist, die Lagerfähigkeit sowie die Verwertbarkeit der Wasserlinsen für Fische zu erhöhen.

Aus den fermentierten Wasserlinsen werden anschließend Larven- und Mastfutter für Fische mit unterschiedlichem Wasserlinsenanteil (maximal 35%) hergestellt. Vorgängig berechnen die ZHAW-Fachleute in Zusammenarbeit mit kommerziellen Futtermittelherstellern die dafür benötigten Rezepturen und stimmen sie optimal auf die Fischarten ab.

Durch den Wasserlinsenanteil und das Hinzufügen weiterer unbedenklicher Zusatzstoffe soll schlussendlich ein vollständiger Ersatz von Fischmehl im Fischfutter erreicht werden.

Rentabilität der Wasserlinsenproduktion

Das FiBL testet das hergestellte Brutfischfutter im Rahmen von Fütterungsversuchen mit juvenilen Fischen und untersucht die Effekte durch die unterschiedlichen Wasserlinsenanteile. Anschließend werden in den modernen Kreislaufanlagen der ZHAW in Wädenswil die Mastversuche mit größeren Fischen durchgeführt. Alle gewonnenen Daten der Wasserlinsenzucht, der Futtermittelproduktion sowie diejenigen der Fütterungsversuche fließen letztlich in die Wirtschaftlichkeitsberechnung des FiBL ein. Damit soll das Marktpotenzial einer Wasserlinsenzucht auf Landwirtschaftsbetrieben sowie der Break-Even-Point abgeschätzt werden. Ebenso lässt die Berechnung den wirtschaftlichen Vergleich zwischen herkömmlichen Futtermitteln und wasserlinsenhaltigen Futtermitteln zu.

Aktueller Stand

Zurzeit werden beide Wasserlinsenarten am FiBL gezüchtet, um die optimale Güllekonzentration für das Medium und die geeignetere Wasserlinsenart zu eruieren. Ebenso läuft an der ZHAW eine Produktion im kleineren Massstab, um in Kürze mit den Fermentationsversuchen zu starten. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungsarbeiten für die Erstellung einer größeren Produktionsanlage von Wasserlinsen an der ZHAW in Wädenswil.

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Projektdaten

Leitung: Dr. Constanze Pietsch-Schmied

Dauer: Januar 2018 bis Ende 2020

Partner: FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Hauptantragsteller)

Förderung: BLW Bundesamt für Landwirtschaft, Schweiz

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Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL

Das FiBL ist eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen zur biologischen Landwirtschaft. Es hat Standorte in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und eine Vertretung in Brüssel (FiBL Europe). Die Stärken des FiBL sind interdisziplinäre Forschung, gemeinsame Innovationen mit Landwirten und der Lebensmittelbranche, lösungsorientierte Entwicklungsprojekte und ein rascher Wissenstransfer.

www.fibl.org
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ZHAW - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Campus Grünthal
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Telefax: + 41 58 9345 001

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