Molkereiindustrie: Oligofructose von Beneo als Zuckerersatz im Sensoriktest bei Fruchtjohurt

Ein Interview mit Rudy Wouters, Vice President des Beneo-Technology Center

  • Abb. 1: Die Experten des Beneo-Technology Center haben am Beispiel eines Fruchtjoghurts getestet, welche Möglichkeiten der prebiotische Ballaststoff Oligofructose für eine Zuckerreduktion bietet.Abb. 1: Die Experten des Beneo-Technology Center haben am Beispiel eines Fruchtjoghurts getestet, welche Möglichkeiten der prebiotische Ballaststoff Oligofructose für eine Zuckerreduktion bietet.
  • Abb. 1: Die Experten des Beneo-Technology Center haben am Beispiel eines Fruchtjoghurts getestet, welche Möglichkeiten der prebiotische Ballaststoff Oligofructose für eine Zuckerreduktion bietet.
  • Abb. 2: Der getestete zuckerreduzierte Fruchtjoghurt mit Oligofructose kommt dem Original sensorisch sehr nah.
  • Tabelle 1: Dank Oligofructose sinkt der Gesamtzuckeranteil ohne geschmackliche Einbußen um mehr als 20%.

Der Zuckergehalt von Lebensmitteln löst immer wieder öffentliche Debatten aus. Dabei geht es vorwiegend um die hohe Energiedichte von verarbeiteten Lebensmitteln, denen Saccharose aus geschmacklichen oder technologischen Gründen zugesetzt wird. „Muss das sein?“, ist eine häufig gestellte Frage, die insbesondere Verbraucherschützer und ernährungsbewusste Konsumenten beschäftigt. Zucker- und kalorienreduzierte Produkte gibt es längst, doch nicht immer treffen diese den Geschmack der Verbraucher.

Die Experten des Beneo-Technology Center haben am Beispiel eines Fruchtjoghurts getestet, welche Möglichkeiten der prebiotische Ballaststoff Oligofructose für eine Zuckerreduktion bietet. Wir haben uns mit Rudy Wouters, Vice President des Beneo-Technology Center, darüber unterhalten. 

LVT LEBENSMITTEL Industrie: Herr Wouters, wieso ist es so schwierig, in einem Fruchtjoghurt den Zucker zu reduzieren?

Rudy Wouters: Immer wenn im Rahmen einer Reformulierung ein Teil des Zuckers aus der Rezeptur entfernt werden soll, stehen wir vor der Herausforderung, nicht nur die Süße, sondern auch den Körper des Produkts zu bewahren. Denn genau dafür sorgt Saccharose. Die Süßkraft von Zucker kann relativ einfach ersetzt werden, beispielsweise durch Intensivsüßstoffe. Das alleine reicht aber nicht. Es geht auch um das richtige Mundgefühl und das gewohnte Süßeprofil, das dem des „Goldstandards“ Zucker entsprechen sollte. Ein vollmundig-süßes Geschmackserlebnis entsteht nur, wenn viele Faktoren zusammenspielen.

Gibt es denn aus Ihrer Sicht die perfekte Lösung dafür?

R. Wouters: Ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist. Wir führen bei uns im belgischen Tienen regelmäßig Tests mit zuckerreduzierten Produkten durch. Dabei ist unser Ziel, das Original sensorisch bestmöglich zu kopieren. Vor einigen Wochen haben wir untersucht, wie sich der Zuckerersatz durch Oligofructose auf den Geschmack eines Fruchtjoghurts auswirkt. Diese sensorischen Tests haben gezeigt, dass der prebiotische Ballaststoff hinsichtlich Süße, Mundgefühl, Körper und Fruchtaroma zu vergleichbaren Ergebnissen führt wie Saccharose.

Das Sensorikpanel konnte so gut wie keinen Unterschied schmecken [Anmerkung der Redaktion: siehe Abb. 2]. Die besten Resultate haben wir mit einer Kombination aus Zucker, Oligofructose und einem speziellen Süßkraftverstärker erzielt, der die Süße zusätzlich unterstreicht. Auf Intensivsüßstoffe konnten wir komplett verzichten. Den zugesetzten Zucker haben wir auf diese Weise um 35% reduziert, der Gesamtzuckeranteil im Endprodukt sank um 20% [Anmerkung der Redaktion: siehe Tabelle 1].

Was bedeutet das für die Gesamtkalorienzahl?

R. Wouters: Da wir den Fettanteil nicht erhöht haben und der Ballaststoff Oligofructose nur etwa halb so viele Kalorien liefert wie Saccharose, sinkt am Ende auch die Gesamtkalorienzahl. Das ist aber nicht das Einzige, was zählt. Zwar beschränkt sich die öffentliche Debatte häufig auf diesen Aspekt, das greift aber zu kurz. Oligofructose wird vom Körper anders verstoffwechselt als Saccharose und führt daher zu einem deutlich geringeren Anstieg unseres Blutzuckerspiegels. Zusätzlich ist Oligofructose gut für unsere Verdauung. Man erzielt also mehrere positive Effekte auf einmal.

Welche Auslobungsmöglichkeiten haben Hersteller, wenn sie Zucker durch Oligofructose ersetzen?

R. Wouters: Neben der Zucker- und Kalorienreduktion bieten sich weitere Optionen. Zum einen kann natürlich – in Abhängigkeit von der verwendeten Menge – der Ballaststoffgehalt des Produkts ausgelobt werden. Darüber hinaus hat Oligofructose erst vor kurzem einen Health Claim nach Artikel 13.5 erhalten, der ab sofort genutzt werden kann. Dabei geht es um den bereits erwähnten Beitrag zu einem reduzierten Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr. Der hierzu verfügbare gesundheitsbezogene Claim kann Herstellern bei der Vermarktung einen zusätzlichen Mehrwert bieten.

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68165 Mannheim
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Telefon: +49 621 421 150

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