18.01.2014
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Gleitlager für Maschinenbau-Konstrukteure auch in der Lebensmittelindustrie

Betriebssicher, langlebig, individuell

  • Abb.1: Die Gujer-Abfüllanlage: Eine komplexe und komplette Einheit, die sehr hohe Standzeiten hat.Abb.1: Die Gujer-Abfüllanlage: Eine komplexe und komplette Einheit, die sehr hohe Standzeiten hat.
  • Abb.1: Die Gujer-Abfüllanlage: Eine komplexe und komplette Einheit, die sehr hohe Standzeiten hat.
  • Abb.2: Robert Gujer in der hauseigenen „Werkstatt“ zusammen mit Wolfgang Bentele, Verkaufsleiter Gleitlager der Igus Schweiz.
  • Abb.3: Die befüllten und versiegelten Becher werden über eine Hubeinheit auf ein Förderband angehoben und sind versandfertig.

Seit zehn Jahren hat die Firma Igus eine Niederlassung in der Schweiz. Ebenfalls seit zehn Jahren veranstaltet das Unternehmen den manus award, bei dem kreative Anwendungen mit Polymergleitlagern für den Anlagenbau ausgezeichnet werden. Zu diesem Doppeljubiläum wurden zwei Konstrukteure besucht, die seit Jahren gute Erfahrungen mit den Igus- Produkten gemacht haben und sich für den letzten manus award mit ihren Anwendungen beworben haben.

Robert Gujer aus Uetliburg im Kanton St. Gallen und George Val aus Dällikon im Kanton Zürich verwenden für ihre Maschinen Polymergleitlager von Igus. Mit diesen haben sie sich 2013 bei manus-Wettbewerb beworben, bei dem 437 Kandidaten aus 33 Ländern dabei waren. Seit 2003 werden alle zwei Jahre so die kreativsten Anwendungen in der polymeren Lagertechnik prämiert.

Einzelanfertigungen für die Lebensmittelproduktion

Der Nischenanbieter Gujer Engineering ist spezialisiert auf individuelle Lösungen im Werkzeugbau, vornehmlich in den Sparten Lebensmittelproduktion, Medizin und Elektro/Fahrzeuge. Wo andere nicht mehr weiter wissen oder wo kein Interesse an Einzelfertigungen besteht, übernimmt Robert Gujer. Beim manus-Wettbewerb hat er sich mit einer Abfüllanlage beworben, die seit viereinhalb Jahren im Einsatz ist, ohne je eine größere Wartung benötigt zu haben. Die Anlage ist für dünn- bis zähflüssige Stoffe konzipiert worden und eignet sich unter anderem ideal für die Abfüllung von Yoghurt. „Die Anlage kann sechsfach Becher abfüllen. So können bis zu 4.080 l pro Stunde beziehungsweise vier Becher pro Sekunde oder 14.400 Becher pro Stunde auf acht Stationen abgefüllt, verschlossen und beschriftet werden, sodass der komplette Prozess bis zur direkten Verkaufs- und Absatzfähigkeit führt“, erklärt Gujer. Die Abfüllung kann stufenlos angepasst werden, sodass auch geringere Flüssigkeitsmengen je nach Angebots- und Nachfragesituation verarbeitet werden können. Selbst die Portionsgrößen können ohne größere Umrüstung variiert werden.

Schmier- und wartungsfrei

Robert Gujer hat eine Reihe von Igus-Produkten für seine Abfüllanlage verwendet, von Iglidur- Buchsen bis hin zu Drylin-Lineargleitlagern.

So ist jede einzelne Lagerstelle mit den tribologisch optimierten Kunststofflagern ausgestattet. Die spezifischen und hohen Anforderungen der Nahrungsmittelproduktion werden von den schmierfreien Hochleistungskunststoffen erfüllt. Sie dienen unter anderem zur Positionierung der Becher und des Drehventils zur Befüllung. Zudem können sie die erforderlichen hohen Verfahrgeschwindigkeiten und Taktraten der Anlage (Zykluszeit von 1,5 Sekunden bei maximal 1,7 l Ausstoß) sowie eine fast völlige Wartungsfreiheit garantieren. Wie Robert Gujer berichtete, handelte es sich bei allen Igus-Lagern noch um die Originale. Der ganze Produktionsprozess wird per Computersteuerung überwacht. Da die Abfüllanlage gerade für kleinere wie mittlere Produzenten ausgelegt ist, die ohne zahlreiches Wartungs- und Servicepersonal operieren, ist die Betriebssicherheit und Lebensdauer von entscheidender Bedeutung. Auch Hersteller aus Entwicklungsländern können sich deshalb auf das weitgehend unabhängige und kontinuierliche Funktionieren dieser Einheit verlassen.

Präzisionswerkzeuge

Zu den erfahrensten Werkzeugbauern der Schweiz gehört George Val, Gründer und Konstrukteur von Valcut. Seine Erfindungsgabe wie seine über 60-jährige Berufs- und Branchenerfahrung hat er erfolgreich für das eigene Familienunternehmen in Dienst gestellt. So können auch die Valcut-Werkzeuge bereits auf 40 praxisbewährte Jahre zurückschauen. „Präzision“ ist das Leitwort, ob es sich um Kreisschneider, Nutenschneidmesser oder Anwendungen für Einzel- oder Serienbohrungen handelt. Das „Flaggschiff“ der Valcut-Produkte sind die Toolsysteme für das Fertigen von Bohrungen, Ausdrehen und unterbrochene Ausschnitte. Sie werden bei Bohr, Fräs- oder auch Drehmaschinen verwendet. Alle Valcut-Werkzeuge zeichnen sich durch ihre Anwenderorientierung aus. Für den manus-Wettbewerb hatte George Val unter seinen zahlreichen Entwicklungen seine Bohrvorrichtung ausgewählt, die ein exaktes und ergonomisches Bohren und Ausdrehen von Bohrungen ermöglicht. „Das komplette Gerät besteht aus einer Magnet-Bohrmaschine, einem Kreuztisch oder einer Vorrichtung für Stahlprofile und einer Zentrierlünette, die mit einem Iglidur- Gleitlager ausgestattet ist“, beschreibt Val die Anlage. „Die elastische Buchse ermöglicht die variable Einstellung des Bohrers und sorgt für ein millimetergenaues Bohrergebnis.“ Der ebene und glatte Abschluss verhindert ein Einhaken des anfallenden Spans. Aufgrund der Verwendung eines Igus-Kunststofflagers kann auf den Einsatz von Schmiermitteln völlig verzichtet werden. Der Betrieb selbst in staubiger und schmutziger Umgebung ist dadurch störungsfrei möglich. Im Gegensatz zu metallischen Buchsen besteht auch ein besonderer Schutz gegen Korrosion oder Chemikalien. Die zweiteilige Lünette ist zudem so konstruiert, dass ein Austausch des Gleitlagers rasch erfolgen kann.

Kühlmittelversorgung

Wesentlich für die leichte Handhabung des Bohrers durch den Monteur ist auch die von George Val entwickelte Kühlmittelvorrichtung. Durch ein gleichermaßen simples wie geniales Prinzip, der Verwendung von ausgedienten PET-Flaschen und einer flexiblen Kunststoffzuleitung, wird eine gezielte Kühlmittelversorgung erreicht. Die handelsüblichen PET-Flaschen werden auf die Bohrvorrichtung gesteckt und die Kunststoffleitung direkt auf die Bohrung ausgerichtet. Dabei kann der Stahlbaumonteur nicht nur die Kühlmittel-Einrichtung selbst einstellen, sondern auch stets die richtige Emulsion für die Bohrung bereithalten und einen Austausch leicht vor Ort vornehmen. Durch die spielfreie Lagerung und freie Verfahrbarkeit der Buchse aufgrund des Igus-Polymergleitlagers kann der Bohrer extrem nahe an das Werkstück gebracht werden. Bohrungen von 16,25 bis 31,75 mm Durchmesser sind möglich. Die perfekt abgestimmte und mobile Bohrvorrichtung ist in der Lage, einwandfreie Zentren zu bohren und das mit dem entscheidenden Plus, beim einzelnen Bohrvorgang wie bei Serienbohrungen deutlich Zeit einzusparen. Für die Herren Gujer und Val steht fest, dass sie auch bei zukünftigen Anwendungen auf Gleitlager von Igus setzen werden. Denn dass sie chemikalienbeständig sind, ohne externe Schmierung auskommen und noch dazu eine lange Lebensdauer haben, spricht alles für die Hochleistungspolymere von Igus.

Kontaktieren

Igus GmbH
Spicher Str. 1 a
51147 Köln
Telefon: +49 2203 9649 0

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