Ein Transmitter für optimale Wasserqualität

Bürkert bietet mit dem Multicell-Multikanaltransmitter Typ 8619 eine smarte Alternative für die kontinuierliche Sensorauswertung

  • Abb. 1: Eine typische Reinwasser- ringleitung, die sich mit dem Multicell- Transmitter einfach überwachen lässt. © Bürkert Fluid Control SystemsAbb. 1: Eine typische Reinwasser- ringleitung, die sich mit dem Multicell- Transmitter einfach überwachen lässt. © Bürkert Fluid Control Systems
  • Abb. 1: Eine typische Reinwasser- ringleitung, die sich mit dem Multicell- Transmitter einfach überwachen lässt. © Bürkert Fluid Control Systems
  • Abb. 2: Die einfache, intuitive Bedienerschnittstelle mit großem Grafikdisplay erlaubt eine schnelle Einrichtung bzw. den Datenabruf vor Ort.  © Bürkert Fluid Control Systems
  • Abb. 3: Der Multicell-Transmitter eingesetzt in der Champagner-Produktion.  © Bürkert Fluid Control Systems
In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist sauberes Wasser für die Produktion unabdingbar und wird sowohl als Rohstoff für Produkte als auch für die Reinigung der Anlagen verwendet. Sauberes Trinkwasser in Lebensmittelqualität benötigt jedoch immer eine Vorbehandlung und ist dadurch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Für eine sichere Produktion bei hoher Qualität ist daher die ständige Überwachung und Dokumentation der Wassereigenschaften und Volumenströme wichtig. Manuelle Kontrollen können fehlerbehaftet sein, kosten Zeit und Geld und müssen für die Automatisierungstechnik erst erfasst werden. Ein kompakter, für viele unterschiedliche Sensoren geeigneter Multikanaltransmitter schafft neue Möglichkeiten und erleichtert die Wasserüberwachung enorm.
 
Prozesswasser wird kontinuierlich aufbereitet, in Speichertanks gelagert und von dort meist über Ringleitungen an die jeweiligen Entnahmestellen geleitet. So können problemlos auch mehrere Produktionskreisläufe von einer Wasseraufbereitung mit gereinigtem Wasser versorgt werden. Um die Wasserqualität dabei zu dokumentieren, kommen teilweise noch manuelle Qualitätskontrollverfahren zum Einsatz. Sensoren mit Display werden dabei an verschiedenen Stationen der Wasseraufbereitung und der Produktion abgelesen, die Werte dann manuell ins Leitsystem eingegeben oder nur schriftlich dokumentiert. 
Das erfordert Zeit, die Ablesung ist nicht kontinuierlich und es können sich Fehler einschleichen. Die Reaktionszeit bei Abweichungen ist relativ lang. Die dabei eingesetzten Sensoren mit Display sind zudem in der Anschaffung sowie in Betrieb und Wartung deutlich teurer, als Standardtypen ohne Anzeige. Bürkert bietet mit dem kompakten Multicell-Multikanaltransmitter Typ 8619 eine durchdachte Alternative für die kontinuierliche Sensorauswertung.

Das Gerät erfasst die Signale aller angeschlossenen Sensoren und überträgt sie an das Leitsystem oder wertet sie nach individuell definierten Vorgaben aus. Dabei übernehmen integrierte mathematische Funktionen den Vergleich der ausgewählten Messwerte (Abb. 1).
 

Die Installation wird einfacher
Gereinigtes Wasser wird abhängig von Rohwasserqualität und Reinwasseranforderungen u. a. durch Nanofiltration oder Umkehrosmose gewonnen. Exakte Qualitätsvorgaben stellen dabei sicher, dass Geschmack und Aussehen der Lebensmittel stets gleich bleiben. In der Produktion gilt es daher unterschiedliche Wasserparameter schnell zu bestimmen, denn jede Abweichung kann zu Produktionsstillständen führen. Im schlimmsten Fall müssen ganze Produktionschargen verworfen werden, da das Wasser die Aromaentfaltung und das Erscheinungsbild beeinträchtigen kann. Hinzu kommen ungeplante Reinigungs- sowie Desinfektionsverfahren mit entsprechendem Material- und Zeitaufwand. Hier müssen bisher jeweils unterschiedliche Sensoren installiert, verkabelt und anschließend kalibriert werden. Mit dem Multikanaltransmitter wird das leichter, denn die Sensoren werden einfach über den Transmitter an die Datenkommunikation angeschlossen. Dieser übernimmt die Sensorauswertung und Weiterleitung der Messwerte an die SPS. Bei der Parametrierung und Kalibrierung der Sensoren über den Controller können die einmal definierten Werte schnell über eine Speicherkarte auf weitere eingebaute Einheiten übertragen werden. Dies beschleunigt die Inbetriebnahme und Wartung z. B. bei mehreren identischen Produktionslinien enorm.
 
Der Transmitter erlaubt dabei mit bis zu sechs frei belegbaren Steckplätzen den schnellen Anschluss sowohl von Sensoren mit Puls- oder Rohsignal wie z. B. pH-Wert, Redoxpotenzial (ORP), Leitfähigkeit oder Durchfluss usw. als auch von Sensoren mit analogem Ausgangssignal mit 0...20 mA, 4...20 mA, 0…5 V oder 0...10 V. Letztere sind bspw. bei Druckmessung, Füllstand, Trübung, TOC oder Chlorgehaltbestimmung etc. üblich. Da der Transmitter Modbus TCP, Profinet und optional auch Ether/Net/IP unterstützt, lässt er sich einfach in die meisten industriellen Automatisierungssysteme integrieren und fügt sich damit nahtlos in die zukünftige Industrie-4.0-Umgebung ein. Zusätzlich zur vernetzten Datenübertragung erlaubt der Multicell-Transmitter parallel auch die einfache Überwachung mehrerer Wasserkreisläufe durch das Personal vor Ort, ohne auf die SPS der Anlage oder externe Lesegeräte zugreifen zu müssen (Abb. 2).
 
Erweiterte Möglichkeiten
Neben der klassischen Sensoranbindung bietet der Typ 8619 weitere, praxisorientierte Fähigkeiten, um den Anwender zu entlasten und die Sicherheit der Anlage zu optimieren (Abb. 3). Dazu werden eingehende Sensordaten nach anlagenspezifischen Vorgaben im Transmitter ausgewertet und bei Abweichungen wird ein Signal an einen Alarmgeber ausgegeben. Mathematische Funktionen wie Addition, Subtraktion, Division und Multiplikation erlauben es, Prozessabläufe exakt zu definieren, Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und wichtige Vergleiche anzustellen. Damit erschließen sich für den Anwender neue, individuelle Möglichkeiten gegenüber der doch sehr begrenzten Funktionalität herkömmlicher Lösungen. Viele Systemprobleme können so schneller erkannt und behoben werden, z. B. im Fall eines unbeabsichtigten Wasseraustritts. So ein Leck in der Ringleitung bedeutet zum einen den Verlust von teuer gereinigtem Wasser, zum andern ist es eine potenzielle Gefahr für Wasserschäden und eine mögliche Kontaminationsquelle. Außerdem ist es durch eine konventionelle Überwachung nur schwer und meist nicht schnell genug zu erkennen. Entsprechende Systeme sind aufwendig und teuer. 
 
Der Transmitter mit seiner autonomen Fehlererkennung arbeitet dabei mit den bereits vorhandenen Sensoren. Er kann nun mittels mathematischer Funktionen so programmiert werden, dass er im Falle eines Lecks in der Ringleitung einen automatischen Alarm ausgibt. Das erspart ein separates Warnsystem, nutzt bereits bestehende Installationen und erlaubt ein sehr frühes Eingreifen. Der Anwender kann schnell reagieren, die Produktion wird kaum beeinträchtigt und Folgeschäden lassen sich vermeiden. Über passende Algorithmen vergleicht der Transmitter dazu die Werte der Sensoren im Vor- und Rücklauf und deckt so einen unerwarteten Wasserdurchsatz auf. 
 
Dabei werden die Zustände der Ventile an den Entnahmestellen berücksichtigt, um die reguläre Wasserentnahme mit einzubeziehen. Die Kombination aus mathematischer Auswertung und der Stellung der Ventile erlaubt dann die zuverlässige Leckagediagnose. Somit werden nicht nur Anlagenstillstände durch die Auswirkungen von Wasserschaden und Verunreinigungen minimiert, sondern auch mögliche Fehlalarme, die durch die passend ausgewählten Algorithmen praktisch ausgeschlossen sind. Je nach Anlage und Sensorbestückung können so über die individuelle Kombination der verschiedenen mathematischen Funktionen eine Vielzahl an Überwachungsszenarien einfach und effizient umgesetzt werden.
 
Lokal und global informiert
Mit den Typ 8619 Transmittern lassen sich alle relevanten Informationen bedarfsgerecht abrufen. So erlaubt die einfache, intuitive Bedienerschnittstelle mit großem Grafikdisplay eine schnelle Einrichtung von Sensoren und deren Auswertung sowie den Datenabruf vor Ort. Lokale visuelle Anzeigen können problemlos hinzugefügt werden und informieren das Produktions- bzw. Wartungspersonal an beliebigen Stellen (Abb. 3). Die SPS wird von Anfragen nach der Wasserqualität entlastet. Gleichzeitig können alle Daten ebenfalls über das Automatisierungsnetz abgerufen werden und mehrere Einheiten aus unterschiedlichen Wasserkreisläufen oder Produktionsräumen lassen sich miteinander verknüpfen und zentral auswerten. Bei Bedarf stehen so alle gewünschten Informationen jederzeit sowohl lokal für den Anlagentechniker als auch global z. B. für die Produktionsauswertung oder Qualitätssicherung zur Verfügung.
 

Das Unternehmen

Bürkert Fluid Control Systems ist ein weltweit führender Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen für Flüssigkeiten und Gase. Lösungen von Bürkert kommen in den unterschiedlichsten Branchen und Anwendungen zum Einsatz – das Spektrum reicht von Brauereien und Laboren bis zur Medizin-, Bio- und Raumfahrttechnik. Mit einem Portfolio von über 30.000 Produkten deckt Bürkert als einziger Anbieter alle Komponenten des Fluid Control-Regelkreises aus Messen, Steuern und Regeln ab: von Magnetventilen über Prozess- und Analyseventile bis zu pneumatischen Aktoren und Sensoren. Das Unternehmen mit Stammsitz im süddeutschen Ingelfingen verfügt über ein weit gespanntes Vertriebsnetz in 36 Ländern und beschäftigt weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter. In fünf Systemhäusern in Deutschland, China und den USA sowie vier Forschungs- und Entwicklungszentren entwickelt Bürkert kontinuierlich kundenspezifische Systemlösungen und innovative Produkte. Ergänzt wird die Produktpalette mit dem umfassenden Serviceangebot Bürkertplus, das Kunden während des kompletten Produktlebenszyklus begleitet.


 

 

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Bürkert GmbH & Co.KG
Christian-Bürkert-Straße 13-17
74653 Ingelfingen
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