TLM F44-Pickerlinie für sensible Softcakes von Sölen

Spezialwerkzeug sichert die für die Lebensmittelindustrie wichtige produktschonende Handhabung

  • Abb.1: Die TLM F44-Pickerlinie verpackt 900 Kekse pro Minute.Abb.1: Die TLM F44-Pickerlinie verpackt 900 Kekse pro Minute.
  • Abb.1: Die TLM F44-Pickerlinie verpackt 900 Kekse pro Minute.
  • Abb.2: Die F44-Roboter nehmen die Produkte vom Band auf, schwenken sie hochkant und setzen sie senkrecht in die Clamshells ein.
  • Abb.3: Ein besonderes Vertrauensverhältnis kennzeichnet die langjährige Zusammenarbeit zwischen Schubert und Sölen.

Der Schokoladenhersteller Sölen steht mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 20% stellvertretend für den Aufschwung der Türkei. Seit 2010 kooperiert das türkische Unternehmen mit der Gerhard Schubert GmbH und hat inzwischen 14 TLM-Maschinen im Einsatz. Bei der neuesten handelt es sich um eine Pickerlinie zum Verpacken von schokoladenüberzogenen Softcakes, die in einem erst im September 2014 eingeweihten Werk von Sölen in Gaziantep in Südostanatolien steht.

Der türkische Markt hat sich auch für Schubert gut entwickelt. Immer mehr TLM-Anlagen finden den Weg in diese aufstrebende Region. Wichtig für die Betreuung des Marktes ist die Kenntnis der kulturellen Besonderheiten und der Sprache, um gute Beziehungen zu neuen Kunden aufbauen zu können. Während der Markt über 20 Jahre lang von der Schubert-Tochter IPS in Zusammenarbeit mit dem Vertriebspartner Füme Makina in der Türkei betreut wurde, hat Schubert im Jahr 2012 eigens türkischsprachige Vertriebsmitarbeiter in Crailsheim eingestellt.

Produktschonende Verpackungstechnik

2014 wandte sich Sölen-Teilhaber Ali Coban mit einer besonderen Herausforderung an die Schubert-Kundenbetreuer: Der Softcake Luppo Petit Pie ist besonders empfindlich und kann bei der automatischen Verpackung leicht beschädigt werden. Um dies zu vermeiden, entwickelte Schubert ein Spezialwerkzeug für das Einsetzen der Produkte in die Clamshells (Plastikschalen mit einem fest verschließbaren Deckel). Die Kekse werden mit den Spezialwerkzeugen gleichzeitig angesaugt und gegriffen. Darüber hinaus sind Halterwerkzeuge an beiden Seiten der Greifarme des F44-Roboters angebracht, die zusätzliche Stabilität bieten und dazu beitragen, dass die Kekse präzise in die Schalen einzubringen.

Nachdem die Luppo Petit Pies über das Produktionsband aus der Vormaschine in die Schubert-Maschine transportiert wurden, prüfen zunächst Durchlichtscanner die Form und Position der Kekse. Nur „gute“ Produkte werden an die Roboter zur Aufnahme freigegeben. Parallel zur Produktbeladung werden Clamshells aus Magazinen entnommen und in zwei kontinuierlich laufende Ketten millimetergenau eingelegt. Diese Ketten laufen gegenläufig zur Produktlaufrichtung und entsprechen dem Schubert Gegenlaufpatent, welches garantiert, dass Trays jeweils voll beladen sind und keine guten Produkte am Ende des Produktbandes überlaufen.

Die F44-Roboter mit den Spezialwerkzeugen nehmen nun die Produkte vom Band auf, schwenken sie hochkant und setzen sie senkrecht in die Clamshells ein.

Schubert 3D-Scanner

Derzeit wird der Einsatz des neu entwickelten Schubert 3D-Scanners vorbereitet, um das Qualitätsniveau weiter zu steigern. Dieser wird am Produkteinlauf montiert und überwacht somit am Anfang der Roboterlinie den gesamten Produktfluss. Der 3D-Scanner erkennt dreidimensionale Defekte: Zu dünne oder zu hohe Kekse, Kekse mit fehlendem Deckel bzw. solche, die nur aus Deckel bestehen, werden detektiert und an alle nachfolgenden F44-Stationen gemeldet, damit sie nicht aufgenommen werden. Auch das Volumen bzw. das Gewicht der Kekse lässt sich berechnen. Aktuell kommen in der Anlage neun Durchlichtscanner und 18 Roboterarme zum Einsatz.

Kompakt, hygienisch und flexibel

Wie bereits bei früheren Maschinen für Sölen orientierte sich Schubert beim Design der Maschine am verfügbaren Platz in der Halle. Da dieser beschränkt war, baute Schubert beide Magazine auf dieselbe Seite der Maschine. Dadurch sind keine Abtransport- oder Staubänder notwendig. Die Produkte werden direkt nach der Anlieferung aus der Vormaschine verpackt. Da kein manueller Eingriff erforderlich ist, ist der Packprozess besonders hygienisch und effizient. Die besonders unkomplizierte Handhabung der Maschine beeindruckte nicht nur die Inhaber. Auch die Maschinenbediener äußerten sich positiv über die Arbeit mit der TLM-Anlage.

Ein Ausbau der Maschine auf weitere Formate, Programme und Werkzeuge ist jederzeit möglich. Die Transportkette ist verstellbar. Das Tiefziehen der Clamshells, das bisher noch auf einer Maschine eines anderen Lieferanten stattfindet, wäre auf der TLM-Maschine auch grundsätzlich machbar und wird derzeit in Erwägung gezogen. Die Flexibilität der Pickerlinie ist einer ihrer wichtigsten Pluspunkte für Sölen. Weitere Merkmale sind Übersichtlichkeit, leichte Zugänglichkeit und unkomplizierte Reinigung. Die Linie verpackt bis zu 900 Produkte pro Minute und hat eine Effizienz von 98%.

„Mit den flexiblen Schubert-TLM-Systemkomponenten steht uns eine Automatisierungslösung zur Verfügung, mit der wir unsere Verpackungsprozesse besonders effizient gestalten können“, kommentiert Erdogan Coban, Teilhalber bei Sölen. Der Sohn von Firmenmitgründer Asef Coban steht für die nächste Generation bei Sölen. Mit seinen visionären Ideen will er das Familienunternehmen weiter vorantreiben. „Ich bin überzeugt, dass wir mit der Technologie von Schubert für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind. Mit der aktuellen Investition setzen wir auf die bewährte und langjährige strategische Partnerschaft und freuen uns, gemeinsam mit Schubert zu wachsen.“

Die Türkei im Fokus

Der türkische Markt wird für Schubert immer wichtiger und steht deshalb im Fokus der Spezialisten aus Crailsheim. Verpackungsmaschinen aus dem Hause Schubert werden für anspruchsvolle Kundenwünsche aus allen Branchen von der Süßware bis hin zum Pharmaprodukt sorgfältig konzipiert. Selbst für komplette und sehr komplexe Verpackungsanlagen, sogenannte Turnkey-Linien, die sich aus den besten Komponenten verschiedener Maschinenbauer zusammensetzen lassen, hat Schubert eine Antwort. TLM-Verpackungslinien können schlüsselfertig von  International Packaging Systems (IPS) – einer 100-prozentigen Schubert Tochter – konzipiert, realisiert und geliefert werden.

Innerhalb Europas lässt die Türkei alle 28 EU-Mitgliedsstaaten hinsichtlich Wachstumskennwerten hinter sich. Trotz der politisch angespannten Situation an der Grenze zu Syrien stehen die Wachstumsprognosen auch für die kommenden Jahre bei über drei Prozent. Sölen ist eines der Vorzeigeunternehmen des 76 Mio. Bürger zählenden Staats. Jährlich wächst der Umsatz des Familienunternehmens mit mehr als 20% und steht derzeit bei jährlich ca. 360 Mio. US-$. Bis zum Jahr 2020 wird die Milliardenmarke angepeilt. Das angestrebte Wachstum will das Unternehmen nicht ausschließlich organisch erreichen. Sölen hält Ausschau nach Süßwarenherstellern nicht nur im angestammten Schokoladenbereich. „Wir interessieren uns für international aufgestellte Unternehmen mit guten Vertriebsnetzen innerhalb Europas und in Amerika“, verrät Teilhaber Hasan Coban.

Die TLM-Verpackungsanlagen von Schubert werden dabei auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Aktuell entstehen in Crailsheim zwei neue TLM-Maschinen mit verschiedenen technischen Innovationen für Sölen. Bei der ersten handelt es sich um einen Spezial-Riegelpacker für Schokoladenkuchen mit zwei Transmodulstrecken, die zusammen 1.400 Produkte pro Minute verpacken. Die hohe Geschwindigkeit ist auch die besondere Herausforderung bei der Verpackung der Schokoladenkuchen in vier unterschiedliche Formate. Die Produkte müssen in Kartons, die in Fahrtrichtung offen sind, auf den Transmodulen transportiert werden, ohne herauszufallen. Schubert entwickelte hierfür spezielle Blecheinsätze, die automatisch gesteuert werden und die Schachteln verriegeln. Die Lösung ist vor allem für das Anfahren und Abbremsen zur Befüllung der Kartons relevant und spart dem Kunden bares Geld, da die Kartonzuschnitte somit erheblich günstiger eingekauft werden können.

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Gerhard Schubert GmbH
Hofäckerstr. 7
74564 Crailsheim
Germany
Telefon: +49 7951 400 0

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