Energiekosten sparen dank flexibilisiertem Stromverbrauch

Demand Response Management

  • Roman Kaak, Head of Industrial Customers bei Dong EnergyRoman Kaak, Head of Industrial Customers bei Dong Energy
  • Roman Kaak, Head of Industrial Customers bei Dong Energy
  • Von Demand Response Management profitieren Unternehmen, wenn sie ihren Energiebedarf zeitlich verschieben und damit für Netzstabilität sorgen.
  • Aktuelle Trends der Energiewirtschaft und ihre Folgen.

Die meisten Unternehmen haben die Potenziale, die ein angebotsorientierter Stromverbrauch bietet, noch nicht erkannt. Auch Brauereien haben es nun selbst in der Hand, mit Demand Response Management signifikante Kostenentlastungen zu erzielen.

Ob Sonne oder Flaute, die im Netz vorhandenen Strommengen spielten für Brauereien beim Betrieb ihrer Anlagen bisher kaum eine Rolle. In Zukunft werden sie jedoch erheblich davon profitieren, wenn sie ihren Energieverbrauch flexibel an die auf dem Strommarkt vorhandenen Kapazitäten anpassen. Mit dem sogenannten Demand Response Management (DRM) profitieren Unternehmen der Brauereiwirtschaft, wenn sie Ihren Energiebedarf zeitlich verschieben und damit für Netzstabilität sorgen. Sie können damit vor dem Hintergrund stromintensiver Produktionsprozesse ihre Energiekosten senken sowie die Energieeffizienz steigern.

Demand Response ist ein automatisiertes Regelungsverfahren in Stromnetzen, bei dem die Verbrauchsseite (Demand) auf Signale der Erzeugungssituation, der Netzauslastung oder generell auf Preissignale antwortet (Response). Je nach Angebot und Nachfrage im Netz reagieren Verbraucher mit Abnahmeverzicht in Zeiten hoher Nachfrage und durch Nutzung freier Kapazitäten während schwacher Lastzeiten. Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch lassen sich damit dynamisch und intelligent ausgleichen.

Die Stromnachfrage wird flexibilisiert. Doch was sich einfach anhört, ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel: Die Stromerzeugung folgt nicht mehr dem Verbrauch, sondern der Verbrauch der Stromerzeugung.

Kein unkontrollierter Eingriff in die Produktion

Die meisten Brauereien haben die Potenziale, die dieser flexibilisierte Stromverbrauch in ihrem Betrieb bietet, noch nicht entdeckt. Besonders profitieren dabei Unternehmen, die in der Lage sind, ihren Stromverbrauch kurzfristig zu verschieben. Brauereien können pro Megawatt installierter Verbrauchs- und Erzeugungskapazität je nach Situation einen Vorteil von mehreren 10.000 € pro Jahr realisieren, wenn sie ihre Spitzenlast nach dem aktuellen Stromangebot ausrichteten. In der Praxis bedeutet das, aufgrund von Netzsituationen z. B. den Verbrauch vorzuziehen oder Leistung vorübergehend zu drosseln.

Dabei werden keine unkontrollierten Eingriffe in die Produktionsprozesse durchgeführt.

Jeder Schritt wird abgestimmt und alle produktionsspezifischen Restriktionen sowie zeitlichen Einschränkungen der Unternehmen werden jederzeit berücksichtigt. Und sollten spontan Veränderungen des Bedarfs auftreten – z. B. durch Produktionsverschiebungen – kann DRM sofort darauf reagieren. Die Verfügbarkeit und Kontrolle über alle Anlagen und Betriebsprozesse ist so jederzeit zu 100% gegeben.

Die individuell zugeschnittenen DRM-Programme nutzen unter voller Berücksichtigung unternehmenseigener Anforderungen an die Produktion die energetischen Kapazitäten der Brauereien. Dazu gehören sowohl Kälte- und Druckluftverdichter als auch Blockheizkraftwerke (BHKW).

  • Kälteverdichter können im Rahmen von DRM-Programmen innerhalb vorgegebener Temperaturtoleranzen abgeschaltet und erst beim Erreichen des Schwellenwerts wieder automatisch aktiviert werden. Der Stromverbrauch wird so flexibilisiert, ohne die Qualität der Sole oder Produktionsprozesse zu beeinträchtigen.
  • Ähnliches gilt für den Druckluftverdichter einer Kläranlage: Die Nachbelüftung wird punktgenau abgeschaltet, wenn es technisch möglich und gleichzeitig im Rahmen eines intelligenten Energiemanagements sinnvoll ist.
  • Das BHKW wird bei Demand Response Management wiederum gezielt genutzt, um interne Lasten intelligent zu bedienen und somit den Strombezug aus dem externen Netz zu reduzieren.

Produktionsanlagen mit flexiblem Stromverbrauch profitieren am meisten von DRM. Zahlreiche weitere Verbraucher einer Brauerei, wie z. B. Pumpen, Kompressoren, Notstrom-, Klima- und Kühlaggregate weisen ein ebenso hohes Potenzial für DRM auf. Besonders gute Eignungen ergeben sich insgesamt für Anlagen, die kontinuierliche Prozesse betreiben und fast immer laufen (zum Beispiel Kläranlagen). Auch Anlagen, die einen hohen Energieverbrauch aufweisen, aber nur selten in Betrieb sind (Pumpen) oder sich durch schnelles Umschalten zwischen fossilen Brennstoffen und elektrischem Strom (BHKW) auszeichnen, sind für DRM prädestiniert. Dong Energy bündelt Energieflexibilitätskapazitäten hunderter von Unternehmen im sogenannten Pooling. Dabei werden auch bereits kleinere Energiemengen gewinnbringend vermarktet. Dong Energy bringt die Flexibilitätspotenziale der teilnehmenden Unternehmen sowohl an den lukrativen Regelenergiemarkt als auch auf dem außerbörslichen OTC-Markt in die Vermarktung.

Einfache Umsetzung – keine Investitionen

Die DRM-Implementierung ist denkbar einfach und erfordert keine zusätzlichen Investitionen: Im ersten Schritt werden in den Unternehmen die Flexibilitätspotenziale bemessen. Dazu gehören das Erarbeiten der Schaltpotenziale und Schaltparameter der ausgewählten technischen Einheiten inklusive ihrer Verfügbarkeit und Häufigkeit. Nach einem erfolgreichen Probebetrieb erfolgt über eine Vereinbarung zur Teilnahme am DRM-Programm die Vermarktung für die vereinbarten Laufzeiten und eine regelmäßige Teilnehmer-Vergütung. Durch standardisierte Anbindungsprozesse ist nur ein geringer personeller Aufwand notwendig. Zudem bietet DRM die Möglichkeit, die Kapazitäten modular zu erweitern. Zu einem späteren Zeitpunkt können weitere schaltbare Lasten ganz einfach ergänzt werden.

Fazit

Schon heute können Brauereien mit Demand Response Management Geld verdienen, wenn sie ihren Energiebedarf zeitlich verschieben. Ohne Zusatzinvestitionen und ohne dabei die Kontrolle über ihre Produktionsprozesse zu verlieren. So reduzieren teilnehmende Unternehmen auch vorrübergehend den Spitzenbedarf im Netz, bis größere Strommengen aus Wind und Sonne verfügbar sind. Das sorgt für stabilere Netze. Noch steht der Markt für Energieflexibilität in Deutschland erst am Anfang. Doch schon heute steht fest, dass Demand Response Management wachsen wird.

Autor:
Roman Kaak, Head of Industrial Customers bei Dong Energy

Kontaktieren

DONG Energy
Van-der-Smissen-Straße 9
22767 Hamburg
Telefon: +49 40 238 0047 0

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.