30.10.2017
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Keimfreie Bruteier: Alternative zum gängigen Formaldehyd zur Vorbeugung und Bekämpfung von Keimbefall

Vorindustrieller Labormaßstab erfolgreich getestet: Antimikrobiell wirksame Bakterien beseitigen 99,6% der Keime

  • Abb. 1: Tomislav Cernava vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz (rechts) und Gabriele Berg, die Leiterin des Instituts für Umweltbiotechnologie der TU Graz. © Lunghammer - TU GrazAbb. 1: Tomislav Cernava vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz (rechts) und Gabriele Berg, die Leiterin des Instituts für Umweltbiotechnologie der TU Graz. © Lunghammer - TU Graz
  • Abb. 1: Tomislav Cernava vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz (rechts) und Gabriele Berg, die Leiterin des Instituts für Umweltbiotechnologie der TU Graz. © Lunghammer - TU Graz
  • Abb. 2: Was im Labor funktioniert, muss im nächsten Schritt im Großmaßstab getestet werden. © Lunghammer - TU Graz
  • Abb. 3: Gabriele Berg leitet das Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz. © Lunghammer - TU Graz

Mit dem gesundheitsschädigenden Insektizid Fipronil kontaminierte Bruteier sorgten im Sommer 2017 europaweit für Aufsehen. Fipronil ist für die Behandlung von Tieren verboten, die für die Lebensmittelerzeugung vorgesehen sind. Die Eier wurden auch nicht direkt mit Firponil behandelt, sondern die von der Blutlaus befallenen Bruthennen – und diese übertrugen die toxische Substanz auf ihre Eier. Bruteier kommen aber auch auf legalem, standardisiertem Wege in Kontakt mit toxischen Substanzen: Zur Vorbeugung und Bekämpfung von Keimbefall ist die Formaldehyd-Behandlung von Bruteiern die langjährige gängige Praxis in europäischen Großbrütereien.

Risiken der Formaldehydbegasung

Ausschließlich Bruteier (nicht solche zum direkten Verzehr) werden einer Formaldehydbegasung unterzogen, was auch die Anrainer der Brütereien merken. „Formaldehyd verflüchtigt sich rasch und bei Begasungen in Großbrütereien lässt es sich nicht gänzlich kontrollieren – etwas von dem Gas entweicht immer.“, sagt Tomislav Cernava vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz. Das ist neben der krebserregenden und umweltschädlichen Formaldehyd-Wirkung ein wichtiger Grund, weshalb die EU nach wirksamen Alternativmethoden zur Bruteier-Behandlung sucht.

Antimikrobiell wirksame Bakterien

Eine vielversprechende und umweltfreundliche Option auf Basis nützlicher Mikroorganismen haben Forschende der TU Graz, des Austrian Centre of Industrial Biotechnology und des Biotech Start-up Roombiotic nun im vorindustriellen Labormaßstab erfolgreich getestet. Antimikrobiell wirksamen Bakterien ist die Grazer Gruppe in einem Vorläuferprojekt ab 2009 auf die Spur gekommen: Damals wurden erstmals Mikroorganismen identifiziert, die den steirischen Ölkürbis vor Fäulnis schützen. „Wir haben die flüchtigen Substanzen dieser Bakterien weiter erforscht um herauszufinden, wie sie Pathogene so wirksam bekämpfen. Einige davon haben wir nun mittels Mikrobiomanalyse der Eierschalen evaluiert.“, sagt Gabriele Berg, Leiterin des Instituts für Umweltbiotechnologie der TU Graz. Bakterien, die Substanzen der Klasse Pyrazin beinhalten, stachen dabei besonders hervor.

In Reinform auf die Eierschale aufgebracht, beseitigte Pyrazin bis zu 99,6% der Keime – eine Dekontaminationsrate, die mit der Formaldehyd-Begasung vergleichbar ist.

Keine neue Technik nötig

Ein weiterer Vorteil der Substanz: Bei Raumtemperatur ist sie flüssig, verflüchtigt sich aber auch einfach. Das heißt, es könnten dieselben Geräte wie bei der Begasung mit Formaldehyd verwendet werden. Was im Labor funktioniert, muss im nächsten Schritt im Großmaßstab getestet werden. Dafür sucht die Gruppe nun Partner aus der Industrie, die sich einbringen wollen.

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Petergasse 12
8010 Graz
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Telefon: +43 316 873 0

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